30er Jahre ETC Crimmitschau Eishockey Vor 85 Jahren wurde der ETC gegründet – der Club trug viele Namen.

Es begann wie in vielen Clubs der 20er Jahre: mit Bandy. Auch in Crimmitschau spielte man zuerst das Spiel auf Eis mit einem Ball. Die Pioniere waren Willi und Heinrich Otto, die später auch dem Vereinsvorstand angehörten. Ende der 20er Jahre ging man dann vom Bandy zu kanadischem Eishockey über. Man wechselte von der sogenannten Eiswiese und dem Gondel- und Froschteich ins 1930 erbaute Sahnbad-Stadion. Anfang der 30er Jahre wurde der EHC Crimmitschaudreimal mitteldeutscher Meister und erreichte 1937 die Endrunde um die deutsche Meisterschaft, wo man an Blau-Weiß Dresden scheiterte. Der EHC war im Volksmund der „Fabrikantenverein“, der Club der Reichen. Meist stand man aber im Schatten des Arbeiterclubs und Nachbarn Frankenhausen, wo Gerhard Kießling der große, aber zu keinem Wechsel nach Crimmitschau zu bewegende Star war. 1939 folgte dann der Zusammenschluss mit dem Tennisverein zum ETC Crimmitschau.

Eine Serie von NamensänderungenETC Crimmitschau Geschichte Eishockey

In der DDR-Zeit begann eine Flut von verordneten Namensänderungen. 1948: BSG Pleißengrund, 1951: BSG Textil Pleißengrund, 1953: BSG Turbine, dann „Fortschritt“ und „Motor“. 1960: ASK (Armee Sport Klub) Vorwärts, 1970: „BSG Einheit“.“Turbine“ gehörte zu den Energiebetrieben, „Fortschritt“ zur Textil- und Lederindustrie, „Vorwärts“ zur Armee und „Einheit“ zur staatlichen Verwaltung. Aus diesen Bereichen kam auch die Unterstützung der Vereine. Als die DDR von 1952 bis 1970 noch eine Oberliga mit bis zu acht Clubs hatte, war Crimmitschau fast immer dabei. Doch es gab neben den Namensänderungen auch delegierte Umzüge z.B. nach Erfurt oder dem „Gastspiel“ von Vorwärts Berlin in Crimmitschau! Trotzdem war der Club lange Jahre die Nummer drei in der DDR. Im Pokal war Crimmitschau viermal Zweiter und Dreimal (1966, 1967, 1970) Sieger.DDR ETC Crimmitschau Eishockey

Stars wie die Nationalspieler Peter Kolbe, Dieter Kratzsch, Erhard Braun und der aus Erfurt gekommene Lothar Fuchs waren die Aushängeschilder des Vereins. Diese vier Cracks gehörten auch zu dem DDR-Nationalteam, das 1966 Dritter der Europameisterschaft wurde – die Medaillen aber erst 1999 nachgereicht bekam. Auch Dieter Röhl und Rolf Riedel gehörten zum Kreis der Nationalspieler. Nach der politischen Wende ging man am 7.2.1990 zum Namen „EHC“ zurück und änderte ihn dann ab 3.10.1990 in „ETC“ um.

DDR-Bestenermittlung

1970 kam dann der „Beschluss von Oben“, die Oberliga auf die beiden Dynamo-Clubs in Berlin und Weißwasser zu reduzieren. Alle anderen Vereine wurden stillgelegt. Die Sportart war den DDR-Politoffiziellen zu wenig medaillenträchtig. Eishockey schied aus dem Kreis der förderungswürdigen Sportarten aus. Sie durften aber meist auf Natureis in der „DDR-Bestenermittlung“ mitwirken.

DDR Bestenermittlung Eishockey

Aus dem ASK „Vorwärts“ Crimmitschau wurde im gleichen Jahr die BSG Einheit Crimmitschau. Obwohl eine Teilnahme an einer anerkannten Liga unmöglich war, bestimmten die Crimmitschauer Spieler in den nachfolgenden Jahren die so genannte „Freizeitliga“. In den Jahren 1971, 1972, 1974 und 1980 konnte man diese Ermittlung für sich gewinnen.

Auf Grund der sehr rührigen Organisation der Einheimischen Fritz Berchthold, Hans Pawlowski, Wolfgang Siegert, Heinz Martin, Rolf Zehmisch, Martin Loschmann, Ernst Mälzer, Thomas Birnstein, Rolf Riedel, Werner Heinicke, Günter und Edgar Porzig, Wolfgang Pürzel, Klaus Kröber, Dieter Kratzsch, und Claus Favreau, um nur einige Namen zu nennen, wurden zwanzig Jahre lang viele Spiele der Bestenermittlung fast ausschließlich in Crimmitschau ausgetragen. Damit hielt man die Sportart zumindest am Leben.

Der Neubeginn

Nahezu 20 Jahre lang lag der Leistungssport Eishockey in Crimmitschau brach. Die eisfläche des Kunsteisstadions wurde vorwiegend von den Trainingszentren Eisschnelllauf Crimmitschau, Werdau, Plauen, Reichenbach und Mylau genutzt. Eishockey wurde nur noch als Volkssport betrieben.
Bereits in den letzen Wochen und Monaten der ehemaligen DDR, begann ein Umdenken beim DTSB. Die Crimmitschauer gehörten zudem zu den ersten, die in einer Initiativgruppe Eishockey im Eislaufverband der DDR Dinge energisch mit vorantrieben. An dieser Stelle ist vor allem Peter Kolbe mit seinen Initiativen zu nennen.

Kulmbacher Eissport-Club

Mit dem Fall der Mauer war die Zeit gekommen, in der der Eishockeysport in Crimmitschau wieder aufleben sollte. Bereits am 03. Mai 1990 kam es zur Neugründung des Eishockey- und Tennisclub Crimmitschau. Mit dabei waren auch Dr. Bräuninger, lange Zeit 1. Vorsitzender des Vereins, und Rüdiger Pryssok, der bis 2003, 2. Vorsitzender sein sollte.

Doch allein mit der Vereinsgründung war es noch lange nicht getan. Das Stadion musste rekonstruiert werden, da bisher lediglich Anforderungen der Eisschnellläufer realisiert wurden, eine Mannschaft musste den Trainingsbetrieb aufnehmen und man musste sich um die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen kümmern, da in der DDR lediglich Schläger und Pucks hergestellt wurden.

Der Rat der Stadt stand glücklicherweise voll hinter den Bestrebungen der eishockeybegeisterten Bevölkerung. Ausrüstungsgegenstände wurden in einer einmaligen Aktion vom Ex-Crimmitschauer Gerhard Kießling aus den bestehenden Vereinen der BRD besorgt und nach Crimmitschau gebracht.