Herzlichen Glückwunsch Torsten Heine!

Der ETC Crimmitschau e.V. wünscht in Vertretung aller Vereinsmitglieder seinem Nachwuchstrainer Torsten Heine alles Gute zum 40. Geburtstag. Lest hier ein Interview von Holger Frenzel mit Torsten Heine anlässlich seines 40. Geburtstages!


Freie Presse: In Crimmitschau wird über die Schaffung einer zweiten Eisfläche und den Bau einer neuen Eisarena nachgedacht. Welches Projekt genießt aus ihrer Sicht momentan Priorität?

Torsten Heine: Hier muss zwischen einem kurzfristigen Vorhaben und einem langfristigen Projekt unterschieden werden. Die zweite Eisfläche ist wichtig, um die Entwicklung im Nachwuchsbereich fortsetzen zu können. Wir haben einen großen Zulauf, brauchen zeitnah mehr Eiszeit. Parallel dazu muss sicherlich über den Vorschlag der Eispiraten für den Bau einer neuen Eisarena nachgedacht werden. Das Kunsteisstadion im Sahnpark ist in die Jahre gekommen. Dabei handelt es sich ganz klar um eine langfristige Sache.

Sie sitzen seit wenigen Tagen auch für die Bürgergemeinschaft „Für Crimmitschau“ im Stadtrat. Haben Sie sich für die Kandidatur entschieden, um die beiden Vorhaben voranzutreiben?

Eher um das Misstrauen gegenüber dem Eishockey-Sport, was in Teilen der Kommunalpolitik immer wieder aufkommt, schon in vorderster Front abzubauen. Da kommt es oft zu Unstimmigkeiten. Die Nachwuchsabteilung des ETC und die Profis der Eispiraten müssen getrennt betrachtet werden.

Sie tragen als sportlicher Leiter die Verantwortung für den ETC-Nachwuchs und haben eine Familie mit drei Kindern. Bleibt überhaupt noch Zeit für die Tätigkeit als Stadtrat?

Ich habe eine Prämisse: Wenn ich etwas anpacke, mache ich es richtig. Die Frage, ob ich mir eine Kandidatur für den Stadtrat vorstellen kann, ist bereits vor fünf Jahren an mich herangetragen worden. Damals habe ich abgelehnt, weil die Zeit gefehlt hat. Nun sind die Kinder etwas älter, und ich kann mich voll einbringen.

Am morgigen Sonntag machen Sie die 40 voll. Wie wird gefeiert?

Ich bin nicht der Typ, der große Partys benötigt. Der Geburtstag fällt in den Türkei-Urlaub mit meiner Familie. Wir sind momentan in Okurcalar, genießen die Sonne und das Meer.

Im Eishockey-Geschäft bleiben Spieler und Trainer oft nicht lange bei einem Verein. Sie halten Crimmitschau – mit einer Ausnahme in der Saison 2006/07 – nun schon seit mehr als 20 Jahren die Treue. Wie kommt das?

Ich stehe für Kontinuität. Das ist im Profisport nicht mehr alltäglich. Ich bin sesshaft und heimatverbunden. Mit Sicherheit spielt auch meine sportliche Situation zwischen 1998 und 2011 eine Rolle: Auf der einen Seite war ich immer gut genug, um ein neues Vertragsangebot aus Crimmitschau zu erhalten. Auf der anderen Seite war ich zu schlecht, um den Sprung ganz nach oben zu schaffen.

Im Kunsteisstadion im Sahnpark hängt ihr Trikot mit der Nummer 43 unter dem Hallendach und trägt eine Fankurve ihren Namen. Was bedeutet diese Würdigung für Sie?

Das ist eine fantastische Sache, die mich auch heute noch wahnsinnig stolz macht. Solche Sachen haben mir auch den Start in der Nachwuchsabteilung erleichtert. Es gibt bestimmt nicht viele Spieler, nach denen Kurven in Eishallen benannt sind.

Wie ist die Heine-Kurve, die sich zwischen Sitzplatztribüne und Anzeigetafel befindet, überhaupt entstanden?

Das ist – mit etwas Abstand – eine ganz lustige Anekdote. Mein Start in Crimmitschau war in der Saison 1998/99 nicht einfach. Ich habe in einem Zeitungsinterview den Wunsch nach mehr Eiszeit geäußert. Das kam bei den Verantwortlichen nicht gut an, Sportdirektor Klaus Schröder und der Vorstand bestellten mich zum Rapport. Nur wenig später erhielt ich meine Chance: Brad Shaver war verletzt. Deshalb rückte ich in den Sturm mit Stefan Steinbock und Andreas Henkel, wo ich mich auch schnell in die Torschützenliste eintragen konnte. Aus der Kurve gab es den nötigen Rückhalt von jungen Leuten: Sie riefen meinen Namen, kauften sich ein Fantrikot mit meiner Rückennummer. So ist die Heine-Kurve entstanden.

Im Sommer 2011 folgte der Wechsel in die Eishockey-Nachwuchsabteilung. Sie haben die Aufgabe damals als „Traumberuf“ bezeichnet. Ist das immer noch der Fall?

Ganz klar: Ja. Ich arbeite unglaublich gern mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Das erfüllt mich. Je älter die jungen Leute werden, desto schwieriger wird es für die Trainer. Man muss die Nachwuchssportler menschlich und fachlich überzeugen. Und zwar jeden Tag.

Wie bewerten Sie die Entwicklung im ETC-Nachwuchs?

Wir haben einen riesigen Zulauf. Im Sommer 2011 haben rund 100 Kinder und Jugendliche im ETC-Nachwuchs trainiert. Ein Teil davon war im Internat untergebracht. Die Zahl ist mittlerweile auf mehr als 300 Kinder und Jugendliche angewachsen. Das ist eine brutale Entwicklung, die nun auch mit der Auszeichnung mit dem „Grünen Band“ gewürdigt wird. Deshalb brauchen wir die zweite Eisfläche.

Quantität bedeutet nicht automatisch Qualität. Ist der direkte Sprung aus dem ETC-Nachwuchs zu den Eispiraten-Profis momentan möglich?

Wir haben in der Spitze in allen Altersklassen talentierte Leute. Wichtig ist, dass wir mit einem gemeinsamen U-20-Team der Kooperationspartner aus Chemnitz und Crimmitschau in der neuen Saison den Sprung in die zweithöchste deutsche Spielklasse schaffen. Ansonsten geht es für junge Talente oft nur über Umwege. Marius Demmler war in Berlin, Willy Rudert ist in der neuen Saison wieder in Finnland im Einsatz. Die Entwicklung steht und fällt letztlich mit dem Trainer bei den Profis, der jungen Leuten eine Chance geben muss.

Torsten Heine konzentriert sich seit acht Jahren auf die Nachwuchsarbeit. Gab es bereits konkrete Angebote aus dem Profibereich?

Nein. Vielleicht auch, weil viele wissen, dass ich mich im Nachwuchsbereich wohlfühle. Da kann man kontinuierlich arbeiten. Im Profigeschäft ist die Zeit endlich. Wenn es nicht läuft, muss man sich nach einigen Monaten schon einen neuen Job suchen. Das möchte ich meiner Familie nicht zumuten.

Das heißt allerdings: Ein späteres Engagement als Trainer bei den Profis ist nicht ausgeschlossen?

Das kann einmal ein Thema werden, wenn unsere Kinder etwas älter sind. Momentan steht es nicht zur Debatte.

Quelle: Freie Presse/ Holger Frenzel

Foto: Fotomontage: Ulrich Klatt/Fotos: Ralf Rojé (2), Mario Jahn, Thomas Michel